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Das Germania Denkmal

Details

 

Das vordere Kriegsemblem - Relief

Dieses Kriegsemblem-Relief ist auf der vorderen Hauptansichtsseite im Denkmalsockelwürfel angebracht. Der Bildhauer Christian Daniel Rauch, geb. I777 in Arolsen gest. 1857 in Berlin hat dieses Kriegsemblem einschließlich dem Reichsadler in Gips modelliert. Diese Gips-Modelle wurden x85o von der Württembergischen Metallwarenfabrik „WMF" aus Geislingen an der Steige von Rauch zur Vervielfältigung gekauft. Zunächst hat die WMF aus den Gips-Modellen Wachsabgüsse wie bei der Germania gemacht. Das flache Hohlformreliefwurde in der gleichen Art wie bei der Herstellung der Germania im Galvanoplastischen Verfahren mit Kupfer überzogen. Weil das Emblem als Halb-Relief hinten ohne vorstehende Kupferteile eben und flach sein musste wurde das Emblem als Kupfertreibarbeit bearbeitet. Die Oberfläche wurde ebenfalls nicht 'künstlich patiniert. Der separat angefertigte Reichsadler wurde nachträglich als Hochrelief auf das Emblem aufgesetzt. Das Relief hat eine Höhe von 82 cm und eine Breite von 60 cm.

Die schildartige Form des Kriegsemblems zeigt mehrere Kampfutensilien. Das ganze Relief wird symbolisch von zwei gekreuzten Fahnenstangen durchdrungen. Die linke Fahne soll die Badische und die rechte die Regiments-Fahne darstellen. Im Hohlraum der beiden tulpenförmigen Fahnenspitzen ist das Eiserne Kreuz eingefügt. Unterhalb der Fahnenspitzen h'fingt eine doppelte Kordel» welche bis zur Mitte des Reliefs außen herunter reicht und mit verknoteten Troddelabschlüssen endet. In der Mitte des Reliefs wurden die Fahnen mit einem girlandenartigen, hochgezogenen großen Schlupf zusammengehalten. Dadurch entstand ein symmetrischer Doppelbogen und in der unteren Mitte ein dreiecksähnlicher Abschluss. Vom zentralen Schlupf führt halbkreisförmig ein Eichenlaub-Kranz über die Fahnen nach oben» welcher den siegreichen Feldzug symbolisch darstellt.
Mitten im Relief eingebettet im Eichenlaub-Kranz liegt in 30° Schräglage auf dem Schlupf ein Feldhaubitzen-Rohr.
An diesem Kanonenrohr sieht man deutlich die herausstehenden Auflagebolzen, womit dieses Rohr in die fahrbare Lafette eingehängt wurde. Mit dem gut sichtbaren Stabhandgriff am rechten Ende des Rohres wurde die Schußfolge reguliert. Hinter diesem Haubitzenrohr ist ein sogennantes Kurzschwert eingesteckt.
Es wurde im französischen Bayon entwickelt, weshalb es seinen Namen „Bajonett" trägt.Am Handgriff dieses Kurzschwertes sieht man seitlich eine vertiefte Rille, damit konnte bei Nahkampf das Bajonettschwert in die passende Schwalbenschwanzschiene unterhalb vom Gewehrlauf eingeschoben werden. Eine Klingenseite dieses Bajonettschwerts ist mit Sägezähnen versehen. Der oberhalb des Relief-Korpus eingelegte Schutzhelm und der Halteriemen war aus speziellem, harten, aber beweglichem Leder. Die obere pickelartige Rundspitze hat zur Helmaufnahme hin ein vertieftes umlaufendes KugelOrnament als Verzierung und Stabilitätsverstärkung. Damit Säbelhiebe auf den Kopf an dieser Spitze abgleiten, wurde die Spitze trompetenförmig
aus verchromtem Stahlblech angefertigt. Mit der gut sichtbaren, drehbaren Stahlvernietung, konnte der Helm verhältnismäßig bequem und schützend aufgesetzt werden. Hinter dem Relief verläuft ein gerader Stabilisierungsstab aus rundem Stahlrohr. Am oberen Ende wurde der deutsche Reichsadler als Hochrelief kurz vor seinem Abflug aufgesetzt. Dieser Deutsche Reichsadler umschließt mit seinen Fußkrallen ein historisch-volkstümliches Werkzeug, den sogennanten Donnerkeil. Dieser Donnerkeil hat eine gegenläufige, spiralförmige Oberfläche und nicht wie üblich spitzzulaufende, sondern fiossenförmige Enden.Der Donnerkeil wurde ab dem I6.Jahrhundert symbolisch als Blitzstrahl dargestellt, deshalb wurde er auch als Fluch mit den versteinerten Enden urzeitlicher Kopffüßler im Volksglauben als mit dem Blitz niedergefahrene Keile angesehen.Auf dem Reiterstandbild Friedrichs des Großen befindet sich unter den Linden in Berlin als oberen Abschluss der selbe symbolische Adler wie auf dem Sulzfelder Denkmal-Abschluss. Dieser nach links schauende Adler mit Donnerkeil wurde wie schon erwähnt vom Berliner Bildhauer Christian Damiel Rauch entworfen und genau so wie das gesamte Relief von der WMF in galvanoplastischem Kupfer hergestellt.Unter dem Adler mit Donnerkeil ist noch in einer rechteckig umrahmten Tafel die römische Nr. III eingegossen. Diese Zahl 3 verweist auf die 3 Batterie des Artillerie Regiments Nr. 50 welche bei dem Feldzug gegen Frankreich
an vorderster Front eingesetzt war und bei der Einweihung des Kriegerdenkmals am I. September 1895 anwesend war. Diese Tafel mit der Nr. III ist mit dem konisch verlaufenden oberen Ende des runden Stabilisiertmgsstab durch zwei C-förmige frei endende Profile verbunden. Übrigens ist am noch stehenden Kriegerdenkmal in Ismaning bei München das gleiche Kriegsemblem-Reliefwie bei der Sulzfelder Germania angebracht.

                   

 

RSS Icon Kommentare (1)

  • Sandy Michael Falldorf
    Ein sehr gut recherchierter und toll verfasster Bericht. Ich hoffe die Germania wird eines Tages restauriert und wieder aufgestellt und würde auch dafür spenden (obwohl ich nicht aus Sulzfeld bin). Wie wir uns zurecht an die Gräultaten der Nazis erinner, auf das es NIE wieder vorkommt, sollten wir auch unsere sonstige Vergangenheit hochhalten dürfen. Die Germania-Figur drückt den Stolz auf ein geeintes Deutschland ans. Sie kommt aus einer Zeit, in der viele deutschsprachige Menschen sich sehr danach sehnten und sie waren froh als das Kaiserreich endlich gegründet wurde. Das Denkmal hat meiner Meinung nach nichts mit einer Drohung gegen Frankreich zu tun. Der Krieg 1870/71 half nur dabei die deutschen Königreiche und Fürstentümer zu einen und man wollte sich dieses nicht mehr nehmen lassen.

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