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Sandsteine, Steinbrüche und Steinhauer

Details

 

Sandsteinplatten für die Bürger

Bis in das 16. Jahrhundert hinein erfolgten Steinentnahmen aus dem JägersitzSteinbruch nur für und im
Auftrag der Freiherren von Göler. Danach erst setzte das Nutznießertum für die Sulzfelder Bürger ein.
Zunächst wurden robuste Gehwegplatten vom Amalienhof durch das Südtor, die Hauptstraße entlang
bis zum Nordtor verlegt. Zum ersten Mal konnten die Sulzfelder auf einheimischen Sandsteinplatten
flanieren und mussten nicht mehr zwischen Schlamm und Pfützen herum hQpfen. Diese Gehwegplatten
wurden mit Argusaugen von Maurern, Taglöhnern und Frondienstlern verlegt. Die etwa 10 cm starken
Platten wurden aus den oberen Schichten des Jägersitz-Steinbruches herausgebrochen. Daraufhin
sind sie von Steinhauern in Hütten bei der Weilergasse in 60 x 100 cm große, robuste Gehwegplatten
bearbeitet worden, um abschließend auf einem vorbereiteten, wasserdurchlässigen Untergrund aus
Sandsteinsplitt ausgelegt zu werden. Sowohl für die Kellerböden auf der Burg als auch in den
Gölerschen Weinkellern in Sulzfeld wurden derartige robuste Sandsteinplatten schon im 13. Jahrhundert
in gleicher Art verlegt. Das breite Bürgertum konnte sich solch einen Luxus nicht leisten. In ihren
strohgedeckten Hütten liefen diese auf festgetretenem Lehmboden herum. Ab dem 17. Jahrhundert
konnten begüterte Großbauern und gut betuchte Handwerker Sandsteine aus dem Jägersitz-Steinbruch
nach untertänigsten Bitten und gnädiger Erlaubnis bei den Freiherren von Göler gegen Bezahlung
herausbrechen lassen. Die entsprechenden Tätigkeiten durften aber nur von ausgebildeten Maurern
und Steinhauern ausgeführt werden. Diese arbeiteten fast ausschließlich mit Sandstein. Sie schufen
gewölbte Keller und die aus Stein errichteten Erdgeschosse sowie Sockel für Werkstätten und Stallungen.

 

RSS Icon Kommentare (2)

  • Gottfried Eigenmann, CH4106 THERWIL, Schweiz
    Auf der Suche nach Info zu Sulzfelder Steinbrüchen und Steinmetzen um das Jahr 1900 (+-) bin ich auf Ihren Artikel gestossen. Mein Vater, der in Sulzfeld aufwuchs, arbeitete zu dieser Zeit in einem dieser Steinbrüche und wanderte um 1900 - 1913 in die Schweiz aus. Es gibt dürftige Hinweise, dass er auch in Basel am Münster arbeitete. Gibt es weitere Hinweise, die das in mehr Detail beleuchten würden. Ich habe vor einigen Jahren eine Zusammenstellung der EIGENMANN Familien im Kraichgau verfasst. Eine kurze Antwort zu meiner Frage würde mich sehr freuen. Freundliche Grüsse - Godi Eigenmann, Therwil, Schweiz
  • Nikolai Wandruszka
    Meine beiden Urgroßväter hatten hiermit zu tun: Christian Pfefferle (1885-1932) war Steinbrecher, ere wohnte anfangs "bei Straub im 2. Stock neben dem Gasthof Engel in der Hauptstraße zur Miete. Sein anfänglicher Besitz (1891) bestand in einem Acker und einer Ziege. Am 7.4.1897 erwirbt er von Wilhelm Wolfmüller das Grundstück nr.340 (Hofraite im Ortsetter von 7 a 74 qm) und den 2. Stock des Wohnhauses nr.152 mit gewölbtem Keller unter dem Balkenkeller, samt Scheuer mit Stall sowie die zwei unteren Schweineställe in der Neuhöferstraße für 2800 Mark. Mit dem Kauf von zwei Äckern 1898 erfolgte die Erwerbung der ersten Kuh im selben Jahr. Am 9.1.1903 Verpflichtung zum Gemeinderat. Es folgten weitere Landerwerbungen und schließlich 1911 sein erstes Pferd. Im Februar 1920 konnte er schließlich den unteren Stock des Hauses in der Neuhöferstraße erwerben, wo seine Mutter dann lebte. Er hatte sich vom Steinbrecher zum besitzenden Landwirt hochgearbeitet. 6.6.1926 Teilnahme am 50jährigen Stiftungsfest des Militärvereins Sulzfeld". Der andere Urgroßvater Jakob Mehl (1857-1934), der "Brettemer Mehl" war Arbeiter am Tunnelbau (1870er Jahre), bevor er 11 Jahre als Kutscher und Hausdiener im Hotel Krone Post in Bretten arbeitete (Quelle:"Alt und lebenssatt" - Ahnenliste Mehl/Pfefferle (7.4.2019))

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