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Unteres Schloss

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(19) Die intakte Welt der Ochsenbewohner wurde 1879 durch einen Sterbefall und 1880 durch einen Großbrand erschüttert

Der Großonkel von Gudrun, Wilfried, Christel und Albrecht Weigert war der Hauptlehrer Otto Friedrich Weigert. Er ist in diese intakte Welt im Kleinen, zusammen mit seinen Geschwistern, 1869 hineingeboren worden.


In einem kleinen Buch beschrieb er 1920 diese kleine Welt mit folgenden, ausgesuchten Textzeilen:

An der Wegscheide, mitten im Dorf, steht ein ansehnliches Haus mit vielkantiger Fassade, und mit zugehörigem großen Garten links nebenan. Der große Kastanienbaum hängt verschlafen sein großes dunkles Haupt über die Gartenmauer. Du alter lieber Hausgarten Du! Wer dich nie gekannt, weiß nicht was das fürs Leben bedeutet. Ein frisches Atemholen zu jeder gewollten Zeit, ein freies Recken der Glieder, ein sich immer Nahefühlen der gütigen Mutter Natur, und den freudigen Schöpferwillen bestimmen zu dürfen, wenn unsere Schritte uns in diesen Garten lenken. Um einen geräumigen Hof gruppieren sich geschäftliche und landwirtschaftliche Baulichkeiten, in bunter Folge. Wohn- und Gasthaus, Brauhaus mit Zubehör, Scheuer, Schweineställe und Hühnerhaus, Waschküche, Eigen- und Gaststätte mit Gesindewohnungen darüber, das Ganze in sich abgeschlossen von der Mit- und Umwelt, wenn das Hoftor seine Flügel schloss, war das eine Welt im Kleinen.“



Die zwei erschütternden Schicksalsschläge beschreibt Otto Weigert, bezogen auf seine Mutter, in folgenden Worten:

Das Schicksal hat ihr zweimal bitterschwer aufgeladen, als wollte es die Tragfähigkeit eines Menschen erproben. Ein jäh vom Tod am 26.8.1879 dahin gestreckter Mann (August Weigert).Sein Totenbett umstehend alle fassungslos aus allen Himmeln gerissene Frau und ihre weinenden doch nach Verständnislos dreinschauenden Kinder. Ihr Mann, der Vater ihrer Kinder und ein verwaistes Geschäft, wartend auf frauliche Leitung. Da der zweite Schlag:Am 16. April 1880 züngelnde Flammen, reich genährt und zu voller Wut entfacht, erleuchten das Dunkel der Nacht und der grauende Morgen überschaut eine rauchende geräumige Trümmerwüste, ihr einstiges Anwesen, ihr Geschäft, ihr Heim und wieder hat sie ihr Herz zum Schweigen bringen müssen und Kopf und Hand vorgeschickt. Sie hat sich durchgerungen, hat aus Trümmern Neues entstehen lassen, mit viel Widerstand hat sie den Kampf aufgenommen. Mit Tatkraft und Umsicht hat sie ihr Haus und Geschäft zur Blüte und Reife geführt, reicher als zuvor.“

 

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